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Produzent
NEUE OPER WIEN

Musik
Thomas Pernes

Text
Gloria G. & Thomas Pernes

Musikalische Leitung
Walter Kobéra

Regie
Andreas Leisner

Ausstattung
Walter Schütze

Lichtdesign
Norbert Chmel

Dramaturgie
Alexandra Noël

Solisten
Maria Droulou, Steven Gallop, Petra Halper-König, Alexander Kaimbacher, Maida Karisik, Gerhard Karzel, Dieter Kschwendt-Michel, Rebecca Nelsen, Mamuka Nikolaishvili

Orchester
amadeus ensemble-wien

Chor
Chor der Neuen Oper Wien

Einstudierung
Michael Grohotolsky

Premiere / Uraufführung
19.03.2006, 19:30

Termine
29., 30. & 31.03.2006, 19:30

Ort
Halle E im MuseumsQuartier,
Museumsplatz 1, 1070 Wien
www.halleneg.at

Tickets & Info
Neue Oper Wien
Tel. +43-1-218 25 67,
www.neueoperwien.at
Wien Ticket,
Tel. +43-1-588 85,
www.wien-ticket.at

Web
www.neueoperwien.at

Informationen zum MuseumsQuartier Wien auf:
www.mqw.at

Zauberflöte 06


Auftragswerk

Ein junger Mann bricht an einem Scheidepunkt seines Lebens zusammen. Indem er aus der einen Welt flieht, tut sich ihm im Moment des Zusammenbruchs eine andere Welt auf, die scheinbar ein Traum ist - bis deren Züge immer realer werden, die Grenzen zwischen Fik-tion und Realität vollends verschwimmen. In diesem Dämmerzustand lernt er die Licht- und Schattenseiten des Daseins kennen, erkennt er die Abgründe der eigenen Seele. Aus den ihn umgebenden Gestalten schälen sich märchenhafte Figuren heraus; je weiter er sich diesen Schemen hingibt, desto mehr mutiert sein Erkenntnisprozess zum Albtraum.

Aus dem so traumhaften Fest des Beginns, auf das der junge Mann, Tamino genannt, gerät, wird ein wahrer Horrortrip. Die souveräne und gütige Lichtgestalt eines Sarastro erscheint unversehens als ein pathologisch weltverbessernder Größenwahnsinniger. Die Pervertierung humanistischer Ideale wird zur Bedrohung unserer Gesellschaft, zur existenziellen Gefahr für das Individuum.

Die Oper Zauberflöte 06 des Komponisten Thomas Pernes und der Autorin Gloria G., wirkt wie ein Brennglas. Sie hält mit dem Wissen um die Vergangenheit den Blick fest auf die Gegenwart gerichtet, entdeckt in ihr jenseits der schillernden und märchenhaften Oberfläche die menschliche und gesellschaftliche Zerrüttung. Es kommt zum Brand, zur Feuerprobe für Taminos Seele und die menschlichen Werte. Substantieller Bestandteil dieses Analyseansatzes ist die Mutation des Bekannten und Vertrauten: Wer steckt heute hinter Sarastro, wer kann heute noch eine Königin der Nacht sein? Das Spiel mit geliebten Gestalten des Schikanederschen Vorstadtspektakels fördert ungeahnte Verbindungen mit unserer Umwelt zutage, greift aus den tausend Möglichkeiten der Wahrnehmung eine heutige und geschärfte Sichtweise heraus. Zauberflöte 06 führt diesen Ansatz, der spielerisch und unverfänglich beginnt, kompromisslos zu Ende. In der Katastrophe der Feuer- und Wasserprobe im Heute, im Weiterdenken des Ursprungsmaterials findet sich ein Kern, der ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft sein kann.

Die Verbindung zwischen Rezeption der Vergangenheit, Blick auf die Gegenwart und Vision einer Zukunft spiegelt sich in der Komposition: „Wir haben die Zauberflöte im Kopf, seitdem wir Kinder sind. Damit müssen wir umgehen", so Pernes. Die Verbindung zu Mozarts Zauberflöte ist für ihn, durch die Bezugnahme auf den Raum gegeben, der sich zwischen Mozart als historische Gestalt und der Gegenwart auftut. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bietet die Chance einer Neupositionierung und zugleich die phantastische Möglichkeit, mit dieser Rückendeckung einen Blick in eine Zukunft zu werfen.

Für Pernes ist die Gefühlsebene wesentlich. Musik und Libretto besitzen einen hohen Verschmelzungsgrad, ausschlaggebend für das Drama ist die musikalische Dramaturgie. Die Kupplungspunkte zu Mozart ergeben sich durch die Haltung, die Pernes Mozart gegenüber musikalisch äußert. Ohne die Errungenschaften der neuen Musik zu verleugnen, schafft er Knotenpunkte zu Mozarts Klangsprache. Ausschlaggebend ist für ihn neben dem tiefen Respekt vor Mozart die Intuition, die innere, sich selbst kontrollierende Logik der musikalischen Sprache.

Regisseur Andreas Leisner und Ausstatter Walter Schütze stellen die Problematik des Individuums, das sich in seinem gesellschaftlichen Umfeld nicht mehr zurechtfindet, und die Perversion des Pseudo-Humanismus der heutigen Führungseliten in den Mittelpunkt der Inszenierung. Dabei klingt das Thema der Globalisierung ebenso an, wie die dem Stück innewohnende Geschlechterproblematik. In einer deutlichen Reduktion auf das Wesentliche setzen sie sich mit den in der Zauberflöte 06 gestellten Fragen nach menschlichen Grundwerten und ihrem Stellenwert in unserer Gegenwart auseinander. Wie in der Musik wird das Spiel mit den Erwartungshaltungen des Zuschauers ebenso Bestandteil der Inszenierung wie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Realität und Bühne.

Ein Auftragswerk von WIENER MOZARTJAHR 2006 als Koproduktion der Neuen Oper Wien mit WIENER MOZARTJAHR 2006

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