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Durchführung
Wiener Kammeroper

Musik
Stephen Oliver, basierend auf den Skizzen von W. A. Mozart

Text
Stephen Oliver, basierend auf den Skizzen von Giambattista Varesco, ins Italienische übersetzt von Luisa Saviori

Dirigent
Daniel Hoyem-Cavazza


Regie
Nicola Raab

Ausstattung
Thomas Goerge

Licht
Harry Michlits

Solisten
Berit Barfred-Jensen (Auretta), Judith Halász (Celidora), Magdalena Hofmann (Lavina), Maida Karisik (eine seltsame Erscheinung), Andries Cloete Biondello), José Aparicio (Calandrino), Noé Colin (Chiccibio), Philip Zawisza (Don Pippo)

Orchester
Orchester der Wiener Kammeroper

Premiere & Österreichische Erstaufführung
09.05.2006

Ort
Wiener Kammeroper, Fleischmarkt 24, 1010 Wien

Tickets
Brigitte Hajek
Tel: +43-1-512 01 00-77
E-Mail: ticket@wienerkammeroper.at Web
www.wienerkammeroper.at

L’ oca del Cairo (Die Gans von Kairo)


Österreichische Erstaufführung

Stephen Olivers Kammeroper „L` oca del Cairo" ist mehr als eine bloße Bearbeitung oder Komplettierung von Mozarts gleichnamigem fragmentarisch erhaltenem „dramma giocoso per musica“, sondern ein sehr subjektives und eigenständiges Werk - geschrieben von einem der schillerndsten Komponisten der jüngeren englischen Opernszene, der bereits im Alter von 42 Jahren viel zu früh verstorben ist.


Mozarts als zweiaktige Oper geplante „L’oca del Cairo“ ist in doppelter Hinsicht  Fragment: zum einen wurde Varescos Libretto nur zum Teil vertont, zum anderen sind die von Mozart komponierten Nummern auch unvollständig ausgearbeitet in Satz und Instrumentierung, d.h. es existieren, mit einer Ausnahme, größtenteils nur Gesangs- und Orchesterbassstimme mit gelegentlichen Instrumentenangaben.

Das Werk steht zeitlich zwischen der „Entführung“ und dem „Schauspieldirektor“ und lässt, vor allem in der Anlage des Finales des 1. Aktes, schon den Mozart der
Da-Ponte-Opern erahnen. Stephen Oliver, für den vor allem Oper von zentraler Bedeutung in seinem eigenen Schaffen war und der mit mehr als 40 Opern, von unter 30-minütigen „Mini-Opern" bis hin zu abendfüllenden Werken auch eine enorme Bandbreite abdeckt, hat sich selbst auch als Handwerker im Sinne der Komponisten des 18. Jahrhunderts gesehen. So verwundert es nicht, dass er dem Festival „Musica nel Chiostro" im toskanischen Batignano Zeit seines Lebens verbunden war, wo insgesamt vier Opern von Stephen Oliver zur Aufführung gelangten, zuletzt 1991 „L`oca del Cairo".

Stephen Oliver hat Varescos Libretto weitergesponnen und die Geschichte, die vor allem durch eine verwirrende Absurdität und Komik besticht, leicht verändert. Alle Original-Skizzen sind stilgetreu à la Mozart von Oliver instrumentiert und - anstatt sie in der überlieferten Reihenfolge im ersten Akt zu bringen - über beide Akte verteilt.

Die Stunde Musik, die Oliver selbst beigetragen hat, ist modern und in ihrer gemischt-tonalen Sprache, der eher spröden Klanglichkeit und den variablen Metren gewollt kein bisschen wie Mozart. Durch diesen amüsant-schockierenden Kontrast entsteht eine ganz eigene und faszinierende Wirkung, die den im Stück agierenden Figuren eine über jedes Rollenklischee hinausgehende Blickrichtung und Einstellung verschafft.


Eine Kooperation der Wiener Kammeroper mit WIENER MOZARTJAHR 2006

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