Wiener Mozartjahr - DEUTSCHE VERSION
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The Next Vienna

Lorenzo da Ponte. Aufbruch in die neue Welt

Durchführung
Jüdisches Museum Wien in Zusammenarbeit mit dem
Da Ponte Institut Wien

Kuratoren, Beteiligte Kuratoren
Werner Hanak, Reinhard Eisendle, Herbert Lachmayer

Wissenschaftliche Mitarbeit
Wiebke Krohn, Eric Levy, Michael Haas

Ausstellungsgestaltung
Christian Prasser,
cp-architektur

Eröffnung
21.03.2006

Dauer
22.03. - 17.09.2006

Öffnungszeiten
Täglich 10:00 - 18:00,
Do 10:00 - 20:00

Ort
Jüdisches Museum Wien, Dorotheerg. 11, 1010 Wien

Publikation
Begleitbuch von Hatje Cantz Verlag

Web
www.jmw.at Ausstellung im jüdischen Museum Wien Das Jüdische Museum Wien präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Da Ponte Institut im WIENER MOZARTJAHR 2006 eine umfassende Ausstellung zu Lorenzo Da Ponte, dem bekannten Mozart-Librettisten jüdischer Herkunft. Da Pontes bewegtes Leben zwischen Venedig und Wien, London und New York, seine Kunst und deren Rezeptionsgeschichte sind die zentralen Themen der Schau.

Il poeta di Mozart
Lorenzo Da Ponte hat gemeinsam mit Mozart Musikgeschichte geschrieben. Das Licht, das auf die Opern Le nozze di Figaro, Don Giovanni und Cos? fan tutte wie auf ihren Komponisten fällt, hat den Dichter und Menschen Lorenzo Da Ponte jedoch nur schwach beleuchtet. Erst langsam kehren Da Pontes Gesamtwerk und seine unglaubliche Lebensgeschichte zwischen Venedig, Wien, London und New York ins kulturelle Bewusstsein zurück.

Lorenzo Da Ponte kommt 1749 im Ghetto der norditalienischen Stadt Ceneda als Emanuele Conegliano zur Welt. In seinem 14. Lebensjahr tritt er mit Vater und Brüdern zum Christentum über, gut zehn Jahre später wird er zum Priester geweiht. Als er sich 1782 in Wien - einer Stadt im radikalen Aufbruch - niederlässt, hat er die kirchliche Karriere längst hinter sich gelassen, ist Poet und Lebemann geworden.

Sich ein Bild von Da Ponte machen zu können, ist ein Ziel dieser Ausstellung. Sie beginnt und endet in New York - jener Neuen Welt, in der Lorenzo Da Ponte die letzten 33 Jahre seines Lebens verbracht hat. Hier in Amerika gelingt es ihm, sich trotz widriger Umstände auf seine genuinen Fähigkeiten zu konzentrieren: Er engagiert sich für Literatur und Oper, wird somit zu einem Pionier der italienischen Kultur in New York. Gegen Ende seines Lebens bringt er seine berühmten Memoiren zu Papier, die als einzigartiges „kulturelles Gedächtnis“ einen weiten Bogen spannen zwischen den absolutistischen Höfen Europas und einer prosperierenden Gesellschaft im Lande der „declaration of rights“.

Einer Rückblende ähnlich reisen wir gemeinsam mit Da Ponte aus New York in seine Kindheit und ins Ghetto von Ceneda, lernen seine Synagoge kennen und begegnen dort auch dem Bischof Lorenzo Da Ponte, der ihm als Taufpate und Förderer seinen Namen schenkt. Wir folgen ihm nach Venedig, das der junge Abbé - anonym denunziert - wegen seines angeblich schlechten Lebenswandels verlassen muss. Einer Verurteilung entzieht sich Da Ponte durch Flucht nach Görz und begibt sich nach kurzem Aufenthalt in Dresden ins Josephinische Wien - für viele aufgeklärte Intellektuelle damals eine „Stadt der Toleranz“. Der Kaiser ernennt ihn trotz seiner Unerfahrenheit als Librettist zum Dichter der Hoftheater - an die 18 Libretti wird er hier schreiben, darunter auch jene drei für Mozart. Unter Leopold II., Josephs Bruder und Nachfolger, wird Da Ponte von vielen Seiten durch Intrigen angefeindet und schließlich gezwungen, Wien zu verlassen. Geradezu exemplarisch verkörpert Lorenzo Da Ponte den bürgerlich individualistischen Künstler, der mit scharfer Feder und Zunge seine Grenzen in der Adelswelt auslotet, dabei selbst taumelt und mitunter auch fällt, aber niemals aufgibt.

Mozart taucht auf, Da Ponte verschwindet.
Im europäischen 19. Jahrhundert gerät der in New York lebende Da Ponte in Vergessenheit. Mozart hingegen gewinnt enorm an Popularität und wird zu einem Icon mit vielen Gesichtern. Dieser Tendenz trägt die Ausstellung Rechnung: Auch viele jüdische Musiker und Musikwissenschafter in Wien und Mitteleuropa machen sich um 1900 ein Bild von Mozart, manch eines hat unser Mozartbild nachhaltig beeinflusst. So beschreibt der Literat Richard Beer-Hofmann das Mozartkind in der lichtdurchfluteten Stadt Salzburg, nahe den „Firnen norischer Berge“, der Dirigent Hermann Levi übersetzte mithilfe Cosima Wagner die Da Ponte-Mozart-Opern ins Deutsche, und der Musikwissenschafter Guido Adler vermittelt schon um 1900 einen Mozart für die Jugend.

Der „arisierte Da Ponte“ und die „Mozart-Diaspora“ ...
... sind als wildbewegte Rezeptionsgeschichte des Poeten und seines Komponisten Teil der Ausstellung: Zu den „deutschen“ Mozartfeiern 1941 wird Lorenzo Da Ponte retuschiert und bleibt im „Dritten Reich“ dennoch, dank seines italienischen Namens, präsent - vielleicht als einziger Librettist jüdischer Herkunft. Gleichzeitig tragen vertriebene Musiker aus Mitteleuropa ihr authentisches wie differenziertes Mozartbild in die Welt hinaus. Viele von ihnen, etwa Bruno Walter, zieht es nach New York - für die Emigranten eine „neue Stadt der Toleranz“.

Mozart Museum im Haus der Musik

Programm
Kammermusik im Innenhof
Jeweils Sa 15:00 - 16:00. Eintritt frei!
28.01., 11.02., 25.02., 11.03., 25.03., 08.04., 22.04., 13.05., 27.05., 10.06., 24.06.& 08.07.2006.
Kinderkonzerte von und mit Marko Simsa
14.01.2006 und 19.02.2006 („Singen wir Mozart"), 27.01.2006 und 29.09.2006 („Mozart für Kinder")
Sonderprogramm im Innenhof
Live-Konzerte und Sonderausstellungen
(„Kochen und Essen zur Mozartzeit": 22.02. - 31.10.2006)
Open House
27.01.2006 freier Eintritt in die Ausstellungen
Ort
HAUS DER MUSIK, Seilerstätte 30, 1010 Wien
Öffnungszeiten
täglich 10:00 - 22:00
Info
Tel.: +43-1-516 48
E-mail: info@hdm.at
Web
www.hdm.at Ausstellung und mehr Mit einem Schwerpunkt im Ausstellungsbereich und zahlreichen Veranstaltungen feiert das Haus der Musik im Jahr 2006 den 250. Geburtstag des weltberühmten Komponisten. Dem musikalischen Ausnahmekünstler ist eine umfangreiche Ausstellung gewidmet, die einen unkonventionellen sowie spielerischen Zugang zu Mozarts Leben und Werk ermöglicht.

Mozartpfad
Ein spezieller Mozartpfad mit abwechslungsreichen Stationen zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellungsräume und zeigt die Verbindung unterschiedlicher Künstler und einiger interaktiver Installationen zu Wolfgang Amadeus Mozart.

Eine kleine Nachtmusik
Als virtueller Dirigent leiten Sie das Orchester der Wiener Philharmoniker. Doch aufgepasst, die Geduld der Musiker ist begrenzt!

Mozart komponiert
Die Video-Animation gibt eine Vorstellung von Mozarts Kompositionstechnik.

Die Wiener Philharmoniker
Erleben Sie in bester Ton- und Bildqualität zu jeder vollen Stunde die Highlights des Neujahrskonzertes 2006 mit ausgewählten Mozart-Werken.

Entrée Theater an der Wien neu

Konzeption
Valie Export (Künstlerin), Golmar Kempinger-Khatibi (Architektin)
Im Auftrag des Theater an der Wien / Expertenverfahren „Neugestaltung Entrée"
Durchführung
Theater an der Wien
Eröffnung
Ende Jänner 2006
Ort
Theater an der Wien, Linke Wienzeile 6, 1060 Wien
Web
www.theater-wien.at Von Valie Export (Künstlerin), Golmar Kempinger-Khatibi (Architektin) Mit dem WIENER MOZARTJAHR 2006 präsentiert sich das Theater an der Wien als neues Opernhaus der Stadt. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1801 wurden in diesem Haus Mozartopern gespielt, denn das Haus bietet dafür ideale Bedingungen. Aus diesem Grund hat die Stadt Wien das Theater wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt. Der Historie entsprechend wird es zukünftig als klassisches Musiktheater geführt. Das Portal des „Opernhauses an der Wien“ wird ab Dezember 2005 neu gestaltet und soll dem zukünftigem Publikum Offenheit und Lebendigkeit signalisieren. Der Eingangs- und Vorbaubereich wird von der derzeitigen Fassade gewandelt in ein offenes, dem Naschmarkt und dem Galerienviertel Schleifmühlgasse zugewandtes Entrée.

Eröffnung mit neuem Entrée
Aus dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Entrées ging das Gestaltungskonzept der Künstlerin Valie Export und der Architektin Golmar Kempinger-Khatibi siegreich hervor. Das äußere Erscheinungsbild des Musiktheaters erhält dementsprechend einen modernen, zukunftsweisenden Charakter. Nach den Umbauarbeiten im Dezember und Jänner wurde das Theater an der Wien am 8. Jänner mit Stars wie Plácido Domingo, Thomas Quasthoff, Tzimon Barto und Julian Rachlin als neues Opernhaus eröffnet.

Damit beginnt eine neue Ära für das Theater an der Wien. Denn das Haus steht nun wieder einem Opernpublikum offen und stellt als modernes „Stagione-Opernhaus“ eine wertvolle Bereicherung der Wiener Kulturlandschaft dar. Das Theater an der Wien soll zu einer neuen Topadresse des klassischen Musiktheaters werden. Als ganzjährig bespieltes Opernhaus wird es in Zukunft seinem Publikum hervorragende Akustik und authentische, intime Atmosphäre bieten.

Das neue Opernhaus befindet sich darüber hinaus an einem pulsierenden Standort. Am Naschmarkt, unweit des Galerienviertels Schleifmühlgasse, am Rande des Kunstplatzes Karlsplatz mit seinen vielen verschiedenen Kulturinstitutionen. Der ideale Ort für anspruchsvolle musikalische Darbietungen.

Albertina

Idee & Konzeption
Herbert Lachmayer

Veranstalter
Da Ponte Institut für Librettologie, Don Juan Forschung und Sammlungsgeschichte

Kurator
Herbert Lachmayer

Co-Kuratoren
Rosemarie Burgstaller, Reinhard Eisendle, Maren Gröning

Architekten
n-o-m-a-d / Vienna, Gunther Koppelhuber, Peter Müller, Kim Thornton

Künstlerische Installationen
Klaus Pinter, Franz West und Werkstatt, Gelitin

Grafische Gestaltung
Loys Egg,
Kai Matthiesen (Assistenz)

Digitale Visualisierungen
Christian Dögl, UMA (Information Technology AG); Michael Lisner / Martin Skladal, Virtual DynamiX - multimedia and architecture GmbH

Sound Systems
Wolfgang Dorninger

Dauer
17.03. - 20.09.2006

Öffnungszeiten
Täglich 10:00 - 18:00 (Mi 10:00 - 21:00)

Ort
Albertina, Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Ausstellungsvermittlung
Terminreservierung und Führungsbuchung:
Albertina Kunstvermittlung
Tel.: +43-1-534 83-540 oder -541
E-mail: besucher@albertina.at

Publikationen
Ausstellungskatalog, ca. 368 Seiten, 250 farbige Abbildungen
ISBN 3-7757-1668-8
Essayband, ISBN 3-7757-1689-0

www.albertina.at
www.daponte.at Ausstellung in der Albertina Kulturgeschichtliches Panorama
In der Zeit Josephs II. gilt Wien - Mittelpunkt des europäischen Musiklebens - als ein Zentrum der Aufklärung, die hier eine kurze, aber umso intensivere Blüte erlebt. Von sozialen Reformen schon unter Maria Theresia, der ersten Wiener Medizinischen Schule bis hin zu den Logen der Freimaurer entfaltet sich ein vielfältiges Geistes- und Gesellschaftsleben - in spielerischer Begeisterung fürs Experiment auch mit Lust und Moral. Dem Genius loci Wiens folgend entsteht eine brillante Mischung aus ambivalentem Witz, Esprit, bissiger Intrige, dem Hang zu ironischer Empfindsamkeit und nuancenreicher Melancholie - auch im Naturerleben. Als besonderes Schaustück wird die Rekonstruktion des freimaurerischen Gartens in Schönau, Niederösterreich, geboten, der den Weg durch eine komplette Parklandschaft mit allen architektonischen „Symbolen“ zeigt (Tempel der Nacht, Felsengrotte, Gartentempel etc.).

Die Inszenierung des höfischen Lebens in den 70er und 80er Jahren des 18. Jahrhunderts findet in der Oper einen Brennpunkt politischer, psychologischer und moralischer Reflexion der höfischen, aber auch der bürgerlichen Gesellschaft. In rasanter Lebensgeschwindigkeit und enger europäischer Vernetzung von Diplomatie, Wissenschaft, Ökonomie, angewandter Mathematik und Kunst zeigt sich Wien - in all seinen Widersprüchen, Ambiguitäten und Paradoxien - von fortschrittlicher Gesinnung, Toleranz und generöser Weltoffenheit bis hin zu autoritärem Absolutismus. Selbst die „beschleunigte Aufklärung“ kommt von oben. Dies provoziert in Kirche, Adel und Volk auch den sprichwörtlich beharrlichen Traditionalismus Wiens. Dennoch - war gerade dieser Konservativismus mitunter ein Nährboden für subversiven Freigeist, gewissermaßen „produktiv gewendete Dekadenz“, die auch gesellschaftliche Hierarchien individualistisch zu durchbrechen vermochte.

Mozart - eine exemplarische Künstlerfigur
Mit Wolfgang Amadeus Mozart im Mittelpunkt der Ausstellung erleben die BesucherInnen die Aktualität des ausgehenden 18. Jahrhunderts im europäischen Spannungsfeld zwischen Aufklärung, Rokoko als Stil und Lebensart, Klassizismus und einer beginnenden Romantik. Die Künstlerfigur Mozarts, seine soziale, kulturelle und künstlerische Umgebung werden anhand zahlreicher Autographe, bedeutender Kunstwerke sowie kulturhistorischer Exponate vielfältigst dargestellt - als „inszenierter Wissensraum“, auch unter Einsatz digitaler Medien. Mozarts Leben und Werk, seine Reisen, die europäischen Stationen seiner Karriere, das Thema „Wunderkind“ und Mythenbildung werden gleichermaßen dargestellt wie die visionären Konzepte dieser Epoche der Supranationalität Europas - jener Auftakt zur Moderne, der als „Début des Si?cles“ begriffen werden kann. In den Zukunftspotentialen dieser Zeit entdecken wir die brisante Aktualität eines politischen wie kulturellen „Zeitenbruchs“, aus dem heraus wir auch unsere Welt und Gesellschaft in Europa heute besser verstehen können.

Gestaltungsherausforderung Albertina - ein Palais aus der Mozartzeit
Die Albertina - Museum mit einer der größten graphischen Sammlungen der Welt - mit ihren prachtvoll klassizistischen Prunkräumen, als historisches Objekt selbst Teil und Gegenstand der Ausstellung, ist für die zeitgemäße Umsetzung des kulturgeschichtlichen Ausstellungskonzepts auch eine gestalterische Herausforderung. Mit einer pneumatischen Installation „La conqu?te de l‘air“ („Die Eroberung der Luft“) von Klaus Pinter wird das Leit-Emblem der Ausstellung schon im Harriet Hartman Court zum Thema - Metapher für das Schwebende, das Visionäre, für Fortschritt der Technik und Naturbeherrschung, Konstruktion und Sturz, aber auch melancholisches Zitat des Entschwindens. Die großen Opern Mozarts Le nozze di Figaro, Don Giovanni und Cos? fan tutte, die in kongenialer Produktions-Symbiose mit Lorenzo Da Ponte entstanden sind, werden in ihrer skandalisierenden Energie von Einst vergegenwärtigt, um die Relevanz und Aktualität dieser dramatisch/komödiantischen Gefühlskonstellationen der Geschlechter für uns Psychologisierungs-Routiniers heute in ihrer damals noch galanten Raffinesse erfahrbar zu machen. Die klassizistischen Stilvorgaben der Albertina, wie der Säulengang von Kornhäusel, werden als Kontrast für die Darstellung eines exzessiven Rokokos benutzt, um die unvergängliche Frische des Freigeistes Mozart im Spannungsfeld mit der komplexen Ästhetik dieses oft diskreditierten Rokoko-Stils zu zeigen und selbigen aufzuwerten. Auch die Wissenschaftsgeschichte dieser Zeit, die weltberühmte 1. Medizinische Schule in Wien, kommt dabei ebenso zur Geltung wie die große Bedeutung der Freimaurer-Logen für die Herausbildung eines entgrenzenden und produktiven Diskurses, der die hierarchischen Schranken zwischen Adel und Bürgertum konspirativ durchbricht. Die große Basteihalle als „White Cube“ der Albertina vermittelt das politische, soziale und künstlerische Panorama eines kulturell ineinander vernetzten Europas, in welchem die Aufklärung als Experiment in den unterschiedlichen Ländern und Regionen zeitversetzt erblühte und auch politisch bis philosophisch explodierte. Dieses kulturell hoch differenzierte Europa war das „Planungsareal“ des Vaters Leopold Mozart, in dem er mit seiner „Konstruktion Wunderkind“, Wolfgang Amadé, jene Karrierestrategie entfaltete, die beide an die großen Höfe des Absolutismus brachte, jedoch nicht zu dem vom Vater erhofften Ergebnis einer „Festanstellung bei Hofe“ außerhalb Salzburgs führte. Mozarts lebenslängliche Obsession des Komponierens als Opern-Kreation neuer Individualismen, die es vorher in Gottes weiter Schöpfung nicht gegeben hat, soll den Besucher als buchstäblich unvergängliches Phänomen näher gebracht werden: Figuren wie Susanna, Gräfin Almaviva, Donna Anna, Donna Elvira und Don Giovanni, Zerlina, Despina und die anderen wirken auf uns heute mit unverbrauchter Verführungskraft und existieren in uns neu, in Allgegenwärtigkeit.

Inszenierte Wissensräume - „Knowledge on Stage”
Jede Vermittlungsstrategie kulturgeschichtlichen Wissens kann und soll auch Forschungsstrategie sein. Unsere technologisch avancierte Informationsgesellschaft erfordert neue kulturelle, wissenschaftliche und künstlerische Bildungssysteme, die als universalistische Orientierung unserer stets komplexer werdenden Gesellschaft und Welt innovativ entsprechen. Ausstellungen sind ein nicht nur digitales Medium, in welchem die Vorurteile wissenschaftlicher Erkenntnis gegenüber den künstlerisch gleichermaßen präzisen Erfahrungsweisen von Welt produktiv abgebaut werden könnten. Gerade im ausgehenden 18. Jahrhundert gab es vor aller Fachspezialisierung, welche die positivistische Wissenschaftsorganisation des 19. Jahrhunderts letztendlich einbetoniert hat, einen universalistischen Diskurs auch als gepflegte Konversationskultur in den Salons. Aus diesen, meist von Damen geführten Salons hat so manche exzeptionelle Entdeckung oder wirkungsgeschichtlich relevante Idee ihren Weg in die Hörsäle der Universitäten gefunden, oft mit beträchtlicher Verspätung. Mozarts unglaubliche Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung, durch die er auch die Bildung und die Gesellschaftssprachen seiner Zeit als „kulturelles Gedächtnis“ in sein persönliches Erinnerungsvermögen aufgenommen hat, zeigt uns, dass auch Reisen Schule sein kann. Frappant war allerdings seine geniale Fähigkeit, diese Inhalte seiner sozialen, psychologischen und auch politischen Wahrnehmung in die präzis-klarsichtige Emotionswelt seiner Musik zu verwandeln. In dieser besteht bis auf den heutigen Tag immer noch die radikale Schärfe der Idee des modernen Individuums und die Unverzichtbarkeit seines Freiheitsanspruches. Dies vermögen wir beim Hören seiner Musik stets nachzuvollziehen, die uns zu visionärem Enthusiasmus verführt oder zu melancholischer Klarsicht leitet, in der wir zu so mannigfaltiger Inspiration fähig werden.

Ergänzende Projekte:
Neben der Ausstellung in der Albertina wirkt das Da Ponte Institut an zwei weiteren Ausstellungen mit, die sich direkt oder indirekt mit dem Thema Mozart auseinander setzen. Gemeinsam mit dem ZOOM Kindermuseum wird die Ausstellung „Wolfgang Amadé - ein ganz normales Wunderkind“ (5. April bis 4. September 2006, ZOOM Kindermuseum, Kuratoren: Herbert Lachmayer, Elisabeth Menasse-Wiesbauer, Katharina Oder) entwickelt.

Mit dem Jüdischen Museum Wien wird eine Ausstellung über „Mozarts Dichter“ Lorenzo Da Ponte mit dem Titel „Lorenzo Da Ponte - Aufbruch in die Neue Welt“ (22. März bis 17. September 2006 im Jüdischen Museum Wien, Kuratoren: Werner Hanak, Reinhard Eisendle, Herbert Lachmayer) vorbereitet.

Da Ponte Institut
für Librettologie, Don Juan Forschung und Sammlungsgeschichte
Anliegen des Da Ponte Instituts ist die intermediäre Wechselwirkung wissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit. Besonderes Augenmerk gilt der Konzeption und Durchführung von Ausstellungen als spezifischer Form der „Inszenierung von Wissen“. Neben Grundlagenforschung in den oben genannten Schwerpunktsbereichen ist das Institut mit verschiedenen Bildungseinrichtungen und Kunstinstitutionen im In- und Ausland vernetzt und erstellt zeitgemäße Konzepte zur Inszenierungsberatung.

Mozarts Spuren in Wien

Idee, Konzeption
Ferdinand Opll und Helmut Kretschmer
Durchführung
Wiener Stadt- und Landesarchiv
Kurator
Helmut Kretschmer
Ausstellungsgestaltung
Michael Putz
Ausstellungspräsentation
Mit Michael Heltau und Milan Turkovic
14.03.2006, 18:00
Stadt- und Landesarchiv
Dauer
09.01. - 29.09.2006
Öffnungszeiten
Mo Fr, 09:00 - 15:30, Di Mi Do, 09:00 - 18:30, So & Feiertag geschlossen
Ort
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Gasometer D, Zugang via Gasometer A, Guglgasse, 
1110 Wien
Eintritt frei
Weitere Ausstellungsorte
Bezirksmuseum Josefstadt, Schmidgasse 18, 1080 Wien
06.04-10.05.2006 Mi 18:00 - 20:00, So 10:00 - 12:00
Bezirksmuseum Meidling, Längenfeldgasse 13-15, 1120 Wien 12.05.-30.05.2006
So 10:00-12:00, Mi 10:00 - 12:00 und 16:00 - 18:00
Bezirksmuseum Innere Stadt, Wipplingerstraße 8,
Altes Rathaus, 1010 Wien
01.06.-30.06.2006
Mi und Fr 15:00 - 17:00
Bezirksmuseum Währing, Währingerstraße 124, 1180 Wien
01.12.-31.12.2006
Mo (werktags) 9:00 - 11:30, Do 18:00 - 20:00, So 10:00 - 12:00
Web
www.wien.gv.at/ma08/ausstell.htm www.bezirksmuseum.at Ausstellung des Wiener Stadt- und LandesarchivsDie Ausstellung im Stadt- und Landesarchiv (Gasometer D) folgt den Spuren Mozarts in Wien und lädt damit zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit ein. Auf Vermittlung des österreichischen Außenministeriums wird „Mozarts Spuren in Wien“ auch in Europa, Asien, Afrika und Südamerika zu sehen sein. Die Bezirksmuseen Innere Stadt, Josefstadt, Meidling und Währing zeigen die Schau in auf ihre Bezirke adaptierter Form.

Wien ist neben Salzburg die zweite wichtige Mozartstadt. Hier verbrachte der Komponist die letzten zehn Jahre seines Lebens, hier entstanden seine bedeutendsten Werke. Mehr als ein Dutzend Wohnungen hat der Komponist - rechnet man die ersten Wien-Aufenthalte des Kindes und Jugendlichen hinzu - über kürzere oder längere Zeit bewohnt. Dazu kommen wichtige Aufführungs- und Wirkungsstätten, an denen Mozart als aktiver Musiker vor sein Publikum trat. Bedauerlicherweise sind die meisten dieser Mozart-Stätten im heutigen Stadtbild nicht mehr anzutreffen. Die einzige noch baulich erhaltene Wohnung Mozarts befindet sich im früher so genannten „Figarohaus“ (Domgasse 5) nahe dem Stephansdom, das mit Unterstützung von WIENER MOZARTJAHR 2006 zum Mozarthaus Vienna wurde - wichtige Wirkungsstätten wie etwa das Alte Burgtheater, das Kärntnertortheater oder das Etablissement Mehlgrube existieren jedoch seit langem nicht mehr.

Die Ausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv versucht nun, den musiktopographischen Spuren des Komponisten im heutigen Stadtbild nachzugehen. Das „Gestern“ wird dabei dem „Heute“ gegenübergestellt.

Die Ausstellung „Mozarts Spuren in Wien“ wird von Jänner bis September 2006 im Ausstellungsfoyer des Wiener Stadt- und Landesarchivs (Wien 11, Guglgasse, Gasometer D) zu sehen sein. Über Vermittlung des Bundesministeriums für Auswärtige Angelegenheiten wird die kleine Schau im kommenden Jahr auch in 25 österreichischen Botschaften, Kulturinstituten bzw. Kulturforen in Europa, Asien, Afrika und Südamerika gezeigt.

Verborgene Geschichten - Remapping Mozart

Idee
Lisl Ponger, Peter Marboe

Konzeption
Ljubomir Bratic, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Cornelia Kogoj, Lisl Ponger, Nora Sternfeld, Luisa Ziaja

Kuratorenteam
Ljubomir Bratic, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Lisl Ponger, Nora Sternfeld, Luisa Ziaja

Ausstellungsgestaltung, Graphic Design
Carlos Toledo & Eva Dertschei (TiD)

Konzeption CD-Rom
Lisl Ponger, Tim Sharp

Code & Design CD-Rom, Websitearchitektur
Martin Sägmüller

Programme
Vorträge, Filme, Lesungen, Konzerte, Führungen, Workshops, remapping bustour

Künstlerische und wissenschaftliche Beiträge Nana-Gyan Ackwonu, David Blandy, Katrin Brezansky, Boris Buden, Petja Dimitrova, Mladen Dolar, Richard Ferkl, Alix Gilka-Bötzow, Beate Hammond, bell hooks (angefragt), Marty Huber, Ben Johnston-Arthur, Ari Joskowicz, Belinda Kazeem, Klub Zwei (angefragt), Cornelia Kogoj, kinoki, Martin Krenn, Nora Landkammer, Tina Leisch, Aisha Lindsey, MACHFELD (aka Sabine Maier & Michael Mastrototaro), Mara, Dominic Mariochukwu, Melanie Mertz, Katharina Olschbaum, Dan & Lia Perjovschi, Peter Ponger, Doron Rabinovici, Ravensbrückerinnen, Anja Salomonowitz, Jude Sentongo, Heribert Schiedel, Julian Sharp, Tim Sharp, Deniz Sözen, Hito Steyerl, Claudia Unterweger, u. a.

Termine
Konfiguration I:
09.03. - 18.04.2006 -
Wer alles zu verlieren hat, muss alles wagen!

Konfiguration II:
04.05. - 11. 06. 2006 -
Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!

Konfiguration III:
22.06. - 30.06.2006 -
Was aller Welt unmöglich scheint

Konfiguration IV:
07.09. - 15.10.2006 -
Es ist kein Traum!

www.remappingmozart.mur.at Mit Hilfe Mozarts über uns nachdenken Das Projekt „Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart“ besteht aus vier Ausstellungen und begleitenden Veranstaltungen, genannt Konfigurationen, die an vier Orten in Wien über einen Zeitraum von acht Monaten von März bis Oktober 2006 umgesetzt werden.

Diese Konfigurationen werden in Zusammenarbeit mit Künstlern und Wissenschaftern realisiert. Zwar finden sie an vier verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten statt, sind aber Teile eines Gesamtkonzeptes.

Ausgangspunkt des Projektes ist der Satz „Mit Hilfe Mozarts über uns nachdenken“, wobei hier ein Blick auf Mozarts Leben und Werk, seine Zeit und seine Rezeption geworfen wird. Die Konfigurationen beleuchten verborgene Geschichte/n aus unterschiedlichen Perspektiven, stellen diese in aktuelle Zusammenhänge, tragen sie in die Öffentlichkeit und beschreiten so neue Wege der Geschichtsschreibung. Anhand von Themen wie Orientalismus und Exotismen, Nationale Mythenbildung oder Schwarze Österreichische Geschichte (das heißt die Geschichte der afrikanischen Diaspora in Österreich), Geschlechterbilder und Toleranz werden historische und zeitgenössische Problematiken von Kunst und Gesellschaft untersucht. Damit werden bestehende Wahrnehmungen verschoben und neue Bedeutungen hergestellt. Das vielfältige, auch in künstlerischen Arbeiten umgesetzte Wissen der eigens gegründeten Recherchegruppe zu Schwarzer Österreichischer Geschichte ist sowohl Bestandteil aller vier Konfigurationen als auch einer CD-Rom und zieht sich somit wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt. Während die vier Ausstellungseinheiten sich im Verlauf des Mozartjahres durch die Stadt bewegen und verborgene Geschichte/n rund um Mozart an die Öffentlichkeiten tragen, dienen die so genannten „Remapping Tours“ - vier ganztägige Bustouren durch Wien - einem besonderem Aspekt der Vergegenwärtigung von Geschichte. Orte werden mit Personen und Ereignissen, die bis heute wirken, verbunden, seien es Häuser, Plätze oder Denkmäler.
Die CD-Rom dient der langfristigen Sicherung von diesem erarbeiteten Wissen ebenso wie der Dokumentation des Rechercheprozesses und dessen künstlerischer Umsetzung. Das gesamte schriftliche Material wird in vier Sprachen - Deutsch, Englisch, Türkisch und Serbisch/Bosnisch/Kroatisch -veröffentlicht.

Die Titel der Konfigurationen sind Zitate aus Opernlibretti Mozarts. Gemeinsam bilden sie eine programmatische Erzählung: Als Auftakt trägt die erste Konfiguration den Titel „Wer alles zu verlieren hat, muss alles wagen!“. Sie behandelt das Thema der „Bühne“ als zentralen, repräsentativen Ort von Bedeutungsproduktion. Anhand der Darstellungsstrategien und -konventionen in den Mozartopern Zaide, Die Entführung aus dem Serail und Die Zauberflöte macht sie nachvollziehbar, wie gesellschaftliche Diskurse beispielsweise des „exotischen Anderen“ (re)produziert werden und welche Funktionen diese haben. Zudem wird die Bühne als vielfach umkämpfter Ort der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts gezeigt. Sie gilt als „moralische Instanz“ der Aufklärung, als Gericht, das die herrschenden Dualismen der Zeit wie „Laster und Tugend“, „Torheit und Weisheit“ verhandelt. In den Blick geraten dabei die Identitätszuschreibungen einer sich formierenden bürgerlichen Öffentlichkeit. Wer bildet diese kritische Öffentlichkeit, wer bestimmt über Zugehörigkeit und Ausschluss, und wo findet
ein Künstler dieser Zeit in einem Gefüge, das nicht zuletzt Ort der politischen Kritik ist, seinen Platz? Was ist die gesellschaftliche Funktion der Bühne, des Kunst- und Ausstellungsraumes damals und heute? Und welche Rolle nehmen Künstler in diesem Zusammenhang ein?
Die erste Konfiguration beschäftigt sich nicht nur mit Bühne als Ort der Repräsentationspolitik, sondern stellt sich selbst  auch als eine eigene Bühne der Bedeutungsproduktion dar. Ein Kernelement der Ausstellung ist es, sich der Herausforderung zu stellen, eine Repräsentationspraxis „auf die Bühne“ zu bringen, die mit fest gefahrenen, stereotypen Bilderregimes bricht und alternative, selbst bestimmte Bildpolitiken entwirft.

Die zweite Konfiguration „Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!“ widmet sich der Zeit Mozarts, den Ausschlüssen und sozialen Kämpfen sowie deren Fortsetzung in die Gegenwart. Der gesellschaftliche Hintergrund von Mozarts Opern wird entlang der Linien von Regulierung, Rebellion und Ausschluss beleuchtet. Anhand der Opern Le nozze di Figaro und der Zauberflöte werden Formen der Rebellion und der gesellschaftlichen Kämpfe des ausgehenden 18. Jahrhunderts zum Thema gemacht. Ein Exkurs blickt über die österreichischen Grenzen hinaus und widmet sich dem revolutionären Frankreich und den Revolutionen in der Karibik. Anhand der Darstellung des „edlen“ und des „bösen“ Anderen in der Entführung aus dem Serail wird untersucht, welche gesellschaftlichen Ausschlüsse die Aufklärung begründet hat.
Der Blick auf heutige Formen der Ausschlüsse, der Regulierung und des Protests  verankert diese Themen in der Gegenwart. Beteiligt sind Künstler, Theoretiker und Bewohner des Stuwerviertels im 2. Wiener Gemeindebezirk.

Die dritte Konfiguration „Was aller Welt unmöglich scheint“ fragt nach den Verbindungen zwischen Darstellungstraditionen und dem realen Leben marginalisierter Gruppen im 18. Jahrhundert und heute. Wie (über)lebten etwa schwarze Menschen, Türken und Juden im Wien dieser Zeit? Fragen wie diese markieren den Übergang zwischen den exotischen Phantasien des 18. Jahrhunderts, dessen Operntraditionen und deren Einschreibungen in reale Lebenszusammenhänge.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Fremddefinitionen und Selbstdefinitionen eben jener Teile der österreichischen Gesellschaft, die bloß als „Figuren“ oder „Objekte“ in die Geschichte eingegangen sind - eine Geschichte, die bis heute kaum aus deren Sicht geschrieben oder definiert wurde. So sollen bisher verborgene historische Perspektiven auf heutige Realitäten ?geborgen’, werden. Diese wiederum schaffen Grundlagen, um Marginalisierungen und Zuschreibungen der Gegenwart zu durchbrechen und Entwürfe für die Zukunft zu entwickeln.

Die vierte und letzte Konfiguration steht mit dem Titel „Es ist kein Traum“ im Zeichen der thematischen Verdichtung und des Ausblicks. Eine eigens realisierte Filminstallation ist inhaltlicher Angelpunkt der Ausstellung. Sie nimmt Linien, Themen und Ergebnisse der vorhergehenden Konfigurationen auf und bringt diese in einen neuen Zusammenhang. Dabei ist das Leitthema die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft und die Frage nach möglichen Allianzen zwischen Künstlern, Aktivisten und Theoretikern. In der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Utopien werden wesentliche Aspekte des gesamten Projektes in Bezug auf Zukunftsperspektiven nochmals verhandelt. Sichtbar gemacht werden soll das Potential der Kunst, also der Produktion, Akkumulation und des Austausches von Wissen und Kreativität - als deutliches Zeichen dafür, dass das, „was aller Welt unmöglich scheint“, kein Traum bleiben muss.

"Papageno - backstage"

Idee, Konzeption
Franz Grieshofer & Margot Schindler
Durchführung
Österreichisches Museum für Volkskunde
Kuratoren
Thomas Aigner (Musiksammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek), Ernst Bauernfeind (Naturhistorisches Museum), Ulrike Demski (Theatermuseum), Peter Donhauser (Technisches Museum), Reingard Witzmann (Wien Museum)
Ausstellungsgestaltung
Christian Sturminger
Eröffnung
19.05.2006, 18:00
Dauer
20.05. - 29.10.2006
Öffnungszeiten
Di - So 10:00 - 17:00, Mo geschlossen
Ort
Österreichisches Museum für Volkskunde, Palais Schönborn, Laudong. 15-19, 1080 Wien
Web
www.volkskundemuseum.at Österreichisches Museum für Volkskunde: Perspektiven auf Vögel und Menschen Die Figur des Papageno aus der Zauberflöte zählt zu den populärsten Operngestalten. Als mythischer Vogelmensch verkörpert er den burlesken Spaßmacher wie den einfältig-schlauen Naturburschen und symbolisiert damit die Verbindung von Mensch und Natur.

Genau diese Verbindung ist Ausgangspunkt für die Ausstellung „Papageno Backstage“. Vögel spielen eine wesentliche Rolle in der Vorstellungswelt des Menschen, sie evozieren Gefühle wie Sehnsüchte oder Ängste, die in Mythen, Sagen, Liedern bis hin zu sprichwörtlichen Redewendungen kulturellen Ausdruck finden. Die Familie Mozart hielt selbst einen Kanarienvogel, dem Wolfgang Amadeus Mozart bekanntlich in seinem Deutschen Tanz Nr. 5, KV 600 ein musikalisches Denkmal setzte. Die Ausstellung ist demgemäß nicht nur eine Hommage an Mozarts Papageno, sondern darüber hinaus ein optisches, musikalisches und insgesamt sinnliches Vergnügen.

Durchführung
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Programm

W. A. Mozart: Der Komponist in Wien
04.04. - 30.06.2006

W. A. Mozart: Der Komponist auf Reisen
20.10. - 22.12.2006

Öffnungszeiten
Jeweils
Mo bis Fr  09:00 - 18:00
Sa 09:00 - 14:00

Ort
Musikverein Wien, Bösendorferstr. 12,
1010 Wien

Web:
www.musikverein.at W. A. Mozart: Der Komponist in Wien / Der Komponist auf Reisen W. A. Mozart: Der Komponist in Wien
Mozart lebte zehn Jahre in Wien: Was arbeitete er hier, wovon lebte er? Er war Pianist und Klavierlehrer, Komponist und Kapellmeister, frei-schaffend und in kaiserlichen Diensten, hat Konzerte organisiert und seine Werke publiziert. Wie lief das alles ab, wie sah sein Alltag aus, welchen Stellenwert hatte er in Wien? Wie hat er eigentlich komponiert? Er hat viel verdient, hohe Honorare erhalten und Schulden gehabt. Wie stand es damals überhaupt um Musiker und Komponisten, um das Konzert- und das musikalische Verlagswesen? - Viele Fragen, die diese Ausstellung beantworten will.

Zum Teil mit Exponaten, die noch nie in einer Ausstellung zu sehen waren: Originalhandschriften (u. a. zur großen g-Moll-Symphonie und zum d-Moll-Klavierkonzert, aber auch Skizzen und andere Arbeitsunterlagen), Briefe, Dokumente, Portraits, Bilder, Erinnerungsgegenstände, Großes und Kleines, Wertvolles und nur scheinbar Belangloses, Ehrfurchtgebietendes und Informatives, Bekanntes (ein Erlebnis, es einmal im Original zu sehen) und Überraschendes.

W. A. Mozart: Der Komponist auf Reisen
Mozarts Reisen als Wunderkind und die Reisen als arrivierter Künstler, die nicht angenommenen Einladungen und die nicht angetretenen Reisen, seine Präsenz in der internationalen Musikszene und am internationalen Musikmarkt: Mozart war in Europa berühmt und präsent wie zu seiner Zeit kein anderer Musiker und Komponist. Er hatte Glück und Erfolg, machte Fehler und schadete sich mit Versäumnissen, galt als unvergleichlich, wurde bewundert und verständnislos kommentiert. Wie wurde damals gereist, wie liefen seine Auftritte im Ausland ab, welche internationalen Kontakte hatte er, welche pflegte er? Was kostete das Reisen, was brachte es, wie war das mit Währungen und Wechselkursen? Was wurde von Mozart daheim und was im Ausland publiziert?

Viel, zum Teil neues, unpubliziertes und noch nie gezeigtes Bildmaterial, Portraits (u. a. das berühmte Bild Barbara Kraffts, das ihn nach der Rückkehr aus Paris zeigt), Originalhandschriften und Dokumente geben einen Einblick in diesen Themenkreis und Antworten auf diese Fragen.

Traces of Mozart Design-Wettbewerb
Wettbewerbs- bedingungen unter
www.falter.at/traces
Einsendungen an
Falter - Stadtzeitung Wien
Kennwort: Traces of Mozart
Marc-Aurel-Str. 9
1010 Wien
E-mail: traces@falter.at Junge Designer legen Spuren ihres Talentes. Junge Designer legen Spuren ihres Talentes. Gemeinsam mit der Wiener Stadtzeitung „Falter“ und dem Außenwerbeunternehmen „Gewista“ lädt das WIENER MOZARTJAHR 2006 junge Grafik-Designer, Fotografen und Visual Artists zum Design-Wettbewerb „Traces of Mozart“.

Nach einer Idee von Maurizio Poletto, Art Director von COLLETTIVA DESIGN, der Mozarts Spuren, seine zur Ikone für die Kommerzialisierung eines Genius gewordene Silhouette, in beiläufigen Alltagsbildern auftauchen lässt, werden junge Designer eingeladen, ihre Interpretationen und Bearbeitungen zur subversiven Omnipräsenz des Jubilars abzugeben.

Jeden Monat wird eine der von einer Jury ausgewählten Arbeiten im öffentlichen Raum auf Plakatflächen der Gewista und im Falter präsentiert. Gezeigt werden Arbeiten, die sich an die Schwellen der Wahrnehmbarkeit herantasten. Suchbilder, die dem Allgegenwärtigen, dem Unausweichlichen einen subtil-ironisch verspielten Spiegel entgegen halten.

Durchführung
Österreichische Nationalbibliothek
Kurator
Thomas Leibnitz
Ausstellungsgestaltung
Christof Cremer
Eröffnung
22.11.2005, 18:00
Dauer
23.11.2005 - 29.01.2006
Öffnungszeiten
Di - So 10:00 - 18:00,
Do 10:00 - 21:00
Mo geschlossen
Ort
Prunksaal, Josefsplatz 1, 1010 Wien
Web
www.onb.ac.at Ausstellung in der Österreichischen Nationalbibliothek Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem, sein letztes, unvollendetes Werk, ist eine der kostbarsten Originalhandschriften der Österreichischen Nationalbibliothek. Das Requiem wurde von Graf Franz Walsegg-Stuppach bei Mozart über einen Mittelsmann in Auftrag gegeben. Der Graf pflegte Werke anderer Komponisten als seine eigenen auszugeben und hielt dies auch im Falle des Requiems so.

Nach Mozarts Tod bekam zunächst Joseph Eybler, später Franz Xaver Süßmayr von Mozarts Witwe den Auftrag, das Werk fertig zu stellen.

Seit 1838 befinden sich sowohl die „Ablieferungspartitur“ für Graf Walsegg-Stuppach mit Süßmayrs Ergänzungen als auch die skizzenhafte „Arbeitspartitur“ - Mozarts unvollendeter Originaltext - in der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die von Kostüm- und Bühnenbildner Christof Cremer inszenierte Ausstellung im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek zeigt neben der Originalhandschrift des Requiems Erstdrucke anderer Mozartwerke, Portraits von Mozart und Graf Walsegg-Stuppach und weitere Zeitdokumente. Ein Programmpunkt widmet sich dem Echtheitsstreit und dem Weg, den das Requiem in die Hofbibliothek nahm.

Idee, Konzeption
Bernd Lötsch
Durchführung
Naturhistorisches Museum Wien in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien
Künstler
Polykrates, Gerlinde Bartelt-Stelzer, Alfred Schmid
Eröffnung
25.09.2006
Dauer
Mitte Oktober - 31.01.2007
Öffnungszeiten
Di geschlossen; Mi 09:00 - 21:00; Do - Mo 09:00 - 18:30

Ort
Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, 1010 Wien
Web
www.nhm-wien.ac.at Eine Ausstellung des Naturhistorischen Museums Wien Als Freimaurer nahm Mozart regen Anteil an der experimentellen Auf-klärung und er war mit ihren führenden Köpfen befreundet. Der damals berühmte Kustos des k. k. Naturalienkabinetts Ignaz von Born, Mineraloge, Bergbaufachmann und Universalgelehrter, beeindruckte Mozart durch seine „Übungslogen“, die von der neuen Physik bis zu den Mysterien der Ägypter reichten. Enge Freundschaft verband die Mozarts mit dem Modearzt Mesmer, der zu den Sphärenklängen einer Glasharmonika heilte, einer Erfindung Benjamin Franklins. Große Gelehrte wie Nikolaus J. v. Jacquin und Gerard van Swieten schätzten Mozart auch als engen Freund ihrer Söhne. Es war die Zeit der ersten Übersee-Expeditionen, der elektrischen und magnetischen Experimente, der Erfindung des Heißluftballons. Das Mikroskop eroberte als „Flohglas“ die Aristokratie. Die Entdeckung der Sauerstoffentwicklung der Pflanzen im Licht durch Jan Ingenhousz, dem Pockenarzt des Kaiserhauses, verhalf dem Wien Maria Theresias in der Folge zum großzügigsten Grünkonzept einer europäischen Hauptstadt. Kaiser Franz Stephans Laborversuch, im Brennpunkt eines großen Hohlspiegels kleine Diamanten zu einem großen zu verschmelzen, endete mit der Über-
raschung ihrer spurlosen Verbrennung. Auch der „fürstliche Mohr“ Angelo Soliman erscheint in einem Diorama als Zeremonienmeister der „Wahren Eintracht“, wie er Mozart und I. v. Born miteinander in Kontakt bring.




















































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